1967 wurde in der Lülsfelder Kirchstraße der Kanal eingebaut – nun, fast 60 Jahre später, ist genau diese in die Jahre gekommene Infrastruktur der Auslöser für eines der größten Projekte der Gemeinde seit Jahrzehnten. Denn die dringend notwendige Kanalsanierung bildet den Ausgangspunkt für eine umfassende Erneuerung der Kirchstraße und des Kirchenumfelds im Rahmen der Dorferneuerung.
Bei einer Infoveranstaltung vor Ort informierte Bürgermeister Thomas Heinrichs die Anwohner über den Ablauf der geplanten Arbeiten. Rund 20 Bewohnerinnen und Bewohner nahmen teil. Heinrichs stellte dabei auch die beteiligten Fachleute und Firmen vor: Vom Würzburger Planungsbüro „Planungsschmiede“ sind Alexander Bär für die Planung und Patrick Kramer für die Ausführung verantwortlich. Hinzu kommen Henry Neubauer von der Firma Newo aus Theres (Kanalarbeiten) sowie Martin Barthelme von Tiefbau Müller aus Gerolzhofen (Füllung und Deckschickt). Im Anschluss an die Vorstellung folgte ein symbolischer erster Spatenstich. Gemeinsam mit Gemeinderatsmitglied und Anwohner Martin Ament setzten sie ein sichtbares Zeichen für den Start der Maßnahme – während im Hintergrund an der Kreuzung zur Hauptstraße bereits die ersten Bauarbeiten liefen und dort schon ein großes Loch klaffte. Damit ist der Beginn des Projekts nicht mehr nur Plan, sondern im Ortsbild deutlich angekommen.
Die Sanierung der Kirchstraße war in Lülsfeld bereits seit Jahren Thema. Nach Angaben der Gemeinde reifte der Entschluss 2018. Es folgten zahlreiche Gespräche mit Anwohnern sowie viele Stunden gemeinsamer Abstimmung mit Gemeinderat und Kirchenverwaltung. 2021 wurde ein erster Förderantrag erarbeitet. Nach einem weiteren Versuch, Fördermittel zu erhalten, wurde ein ELER-Antrag ausgearbeitet und gestellt. Im Frühjahr 2025 folgte schließlich der Förderbescheid.
Die Maßnahme wird mit rund 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Enthalten sind der Ausbau der Kirchstraße und des Kirchplatzes sowie Kanal-, Wasser- und Straßenbauarbeiten. Laut Bürgermeister Heinrichs wird mit einer Förderung der förderfähigen Kosten von rund 48 Prozent gerechnet, bestehend aus Mitteln aus dem ELER-Programm sowie der RZWas-Förderung für die Kanalerneuerung. Man erwarte bis zu 650.000 Euro Förderung, der Rest sei von der Kommune zu tragen. Zusammen mit der Gestaltung des Dorfplatzes in Schallfeld handle es sich um die größten Einzelinvestitionen der vergangenen Jahrzehnte. Ziel sei es, die Dorfkerne in beiden Orten aufzuwerten.
Welche Herausforderungen im Bauablauf zu erwarten sind, wurde bei der Veranstaltung ebenfalls angesprochen. Henry Neubauer von Newo nannte vor allem die Kanalarbeiten unter sogenannter Vorflut als besonderen Punkt – das bedeutet, dass das Abwasser während der Arbeiten jederzeit weiter ablaufen muss. Anschließend erläuterten die Vertreter der Gewerke am Platz vor der Kirche ihre Teilprojekte. Martin Barthelme von Tiefbau Müller beschrieb die Aufteilung der Arbeiten in drei Abschnitte: zunächst von der Kreuzung zur Hauptstraße bis zur Stichstraße neben der Kirche, dann die Stichstraße selbst sowie den Kirchenvorplatz und schließlich den restlichen Bereich bis zur Kreuzung zur Rimbacher Straße.
Zum Schluss hatten die Anwohner Gelegenheit, Fragen zu stellen. Susanne Landauer erkundigte sich etwa nach dem Straßenpflaster. Planer Alexander Bär erklärte, dass bereits eine Entscheidung für ein Pflaster mit verzögertem Wasserabfluss getroffen worden sei. Damit wurde bei der Veranstaltung auch deutlich, worum es bei dem Projekt über die reine Sanierung hinaus geht: um eine zukunftsfähige Gestaltung des Ortskerns, die Funktion und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.
Während die Baumaschinen bereits rollten erklärten Vertreter der beteiligten Gewerke den Bürgerinnen und Bürgern die Maßnahmen und beantworteten deren Fragen

Erklärten die anstehenden Maßnahmen und standen den Bürgerinnen und Bürgern für deren Fragen zur Verfügung. Von links: Alexander Bär und Patrick Kramer, Planungsschmiede. Lülsfelds erster Bürgermeister Thomas Heinrichs und Gemeinderat Martin Ament. Martin Barthelme, Tiefbau Müller und Henry Neubauer, NeWo.


