Mehr Gäste als sonst konnte Lülsfelds erster Bürgermeister Thomas Heinrichs in der jüngsten Gemeinderatssitzung begrüßen. Grund für das große Interesse war der Agendapunkt „Planungsstand Kirchstraße“. Zu diesem Thema gab es vor einem halben Jahr einen Planungsworkshop mit Anwohnern und Vertretern des Gemeinderats. Im damaligen Entwurf waren noch einige Punkte offen geblieben. Der Bereich Dorfbrunnen sollte nochmal überdacht werden. Zwei Bäume, die im ersten Stand Parkplätzen hätten weichen müssen, sollten nun doch erhalten bleiben. Außerdem sollte die Stichstraße neben der Kirche in den Vorschlag eingearbeitet werden. Von vielen gewünscht war damals auch die Einbindung des Kirchplatzes selbst in die Maßnahmen. Schließlich gab es an der Einmündung in die Rimbacher Straße noch kleinere offene Punkte.

Mit den Anpassungen beauftragt wurde damals das Ingenieurbüro „Planungsschmiede“ aus Würzburg. Alexander Bär von der Planungsschmiede hatte jetzt einen überarbeiteten Vorschlag in die Sitzung mitgebracht und stellte sie dem Gemeinderatsgremium und den zwölf Gästen vor. Anhand von mehreren Übersichtsplänen vielen Detailansichten und -schnitten oder Illustrationen präsentierte er seine Vorschläge ausführlich und verständlich. Souverän beantwortete der Bauingenieur auch die Fragen der Räte. Diskussion gab es zum Thema Parkplätze. Während sich Gemeinderat Jürgen Landauer mehr Parkfläche wünschte, war Martin Ament für die vorgestellte Reduktion der Stellflächen zugunsten der Ansicht und der Flächenentsiegelung. Auch Gäste durften ihre Fragen stellen. So wollte Uwe Reitz wissen, ob dem Gemeinderat die aktuelle Situation mit Krieg, Heizkostensteigerung und Inflation in Europa bewusst sei und seiner Meinung nach, so viel Geld ausgegeben werden müsse. Zuvor hatte Bär Schätzkosten abgegeben. Für die Verkehrsmaßnahmen, also den Straßen- und Gehwegbau veranschlagte er 660.000 Euro. Dazu kämen noch 85.000 Euro für die Bepflanzung und 68.000 für zum Beispiel Treppen oder Mauern. Bürgermeister Heinrichs wies darauf hin, dass die weiteren Kosten für Kanal und Wasserleitung in einer geschätzten Höhe von zusammen rund 420.000 Euro getrennt betrachtet werden müssten. Dies seien dringend nötige, nicht aufschiebbare Sanierungsmaßnahmen an denen kein Weg vorbeiführen würde. Da für diese Arbeiten auch die Oberfläche geöffnet werden müsse, würde auch ein Großteil der Verkehrskosten sicher anfallen. Für die zusätzlichen Ausgaben sei aber mit entsprechenden Fördermitteln aus der öffentlichen Hand zu rechnen, deren Höhe zunächst zu ermitteln seien. Dazu müsse laut Bär erst eine Förderplanung zur Vorlage beim Amt für ländliche Entwicklung erstellt werden. Dann müssten bei einigen Optionen der Planung wie zum Beispiel der Fahrbahn- oder Gehwegoberflächen Entscheidungen getroffen werden. Schließlich schlug Heinrichs auch den Austausch mit Vertretern der vor. Nachdem noch weitere Gäste gehört wurden stellte Heinrichs eine nächste Bürgerinformation in Aussicht.

Greifbar wurde Uwe Reitz‘s Kommentar beim nächsten Punkt. Die steigenden Energie- und Heizkosten haben offensichtlich inzwischen auch Auswirkung auf die Brennholzkosten in unserer Gegend. Laut Bürgermeister verlangen Nachbargemeinden inzwischen 70 bis 90 Euro pro Festmeter Hartholz. Im Vorjahr war diese Menge in Lülsfeld noch für unter 60 Euro zu haben. Zunächst diskutierte das Gremium aber die Modalitäten des Verkaufs. Für eine Versteigerung sprach sich Gemeinderat Ulrich Schemmel aus. Da mit gestiegener Nachfrage zu rechnen sei, könnte so für die Gemeinde mehr Gewinn erzielt werden. Gemeinderat Martin Ament war aber für einen Festpreis, um ausschließen zu können, dass Bürgerinnen oder Bürger leer ausgingen oder im anderen Fall die Gemeinde auf Holz sitzen bleiben würde. Sein Vorschlag würde beiden Seiten größere Planungssicherheit geben. In heutigen Zeiten ein wichtiger Punkt. Schließlich sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus pro Ster 48 Euro abzurufen. Das entspricht etwa 70 Euro pro Festmeter und liegt damit zwar deutlich über dem Vorjahreswert, aber immer noch unter den Kosten die der Bürgermeister in Nachbargemeinden erfahren hatte.

Gemeinderat sitzt im Dunkeln

Anschaulich führte der Bürgermeister schließlich an das Thema „Blackout-Vorsorge“ ein. Er schaltete alle Lichter aus und Räte und Gäste saßen im Dunkeln. Trotz Stromtrassen-Stresstests und gefüllter Gasspeicher sei die Gefahr eines Stromausfalls, der sich über Stunden oder gar Tage hinziehen könnte, größer denn je. Unter dem Motto „Vorsorge ist besser als Nachsorge“ fragte er die Gemeinderäte zuerst reihum nach deren Ideen ab. Sensibilisierung der Bürger zur persönlichen Absicherung, Sicherstellung der Wasserversorgung und des Informationsflusses, oder Festlegung eines Krisenstabs waren unter den Vorschlägen. Auch die Ertüchtigung von größeren Gebäuden wie Sportheim, Gemeinschaft- oder Feuerwehrhaus zu autarken Notunterkünften wurde erwähnt. Als konkrete Maßnahme ließ sich Heinrichs vom Gremium beauftragen für Lülsfeld und Schallfeld je ein Stromaggregat mit einer Leistung von 5 bis 8 Kilowatt zur autarken, netzunabhängigen Stromversorgung anzuschaffen. Damit soll bei einem Blackout die Aufrechterhaltung des Informationsflusses und eine Notversorgung bedürftiger Bürgerinnen und Bürger sichergestellt werden.

Als weitere Anschaffung wurde der Kauf eines Verkehrsüberwachungsgerätes zur Geschwindigkeitsaufzeichnung beschlossen.

Lülsfelder Kirchenglocken aus dem Takt geraten.

Vor einiger Zeit war das Stundensignal der Lülsfelder Kirchturmglocken aus dem Takt geraten.

Das Zusammenspiel der insgesamt 4 Glocken war alles andere als harmonisch. Grund dafür war ein defektes Relais, das die Reihenfolge des Anschlagens der Glocken steuerte. Auf Antrag der Kirchenstiftung gewähren die Dorfoberen einen Zuschuss in Höhe von 35% der Reparaturkosten.

Schon länger gibt es im Landkreis Scheinfurt die Idee einen „Landschaftspflegeverband Landkreis Schweinfurt e.V.“ zu gründen. Zweck sei es landschaftspflegerische Maßnahmen zu bündeln und den Gemeinden als Dienstleistung anzubieten, sowie die gemeinsame Inanspruchnahme von Fördermitteln. Die Mehrheit der Gemeinden des Landkreises hätten Ihren Beitritt bereits Kund getan, wusste Heinrichs. Das Gremium stimmte einstimmig zu.

Folgende Änderungen beschloss die Räte in der Richtlinie zur Förderung von Projekten der Innenentwicklung. Zukünftig würden die Investitionen aus der Richtlinie gestrichen, die sich nicht sichtbar auf den Außenbereich eines Gebäudes auswirken. Außerdem wurde festgelegt, den Zeitraum der Förderung auf ein Maximum von 5 Jahren zu begrenzen.

Offiziell stimmte das Gremium auch noch den neu gewählten Feuerwehrkommandanten beziehungsweise dessen Vertreter zu. Für Lülsfeld sind das Jürgen Landauer und Andreas Kempf, für Schallfeld, Marco Gräf und Michael Kundmüller.

Außerdem soll am 29. Oktober, beim Herbstempfang der Gemeinde, der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Anger aufgrund seiner Verdienste den Titel „Altbürgermeister“ verliehen bekommen.

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Aus dem Takt geraten: Das Stundenschlagwerk der Lülsfelder Kirchturmglocken

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Information über den aktuellen Planungsstand zur Lülsfelder Kirchstraße