LÜLSFELD (tg) Für eine rege Diskussion sorgte die Information seitens der Gemeinde über den momentanen Stand des geplanten Straßen- und Radwegbaus zwischen Gerolzhofen und Schallfeld in der Gemeinderatssitzung. Dazu fanden sich gleich sechs Einwohner aus dem betroffenen Ortsteil ein.
Zunächst machte 1. Bürgermeister Wolfgang Anger allen Anwesenden anhand einer Präsentation mit Fotos und Luftbildaufnahmen die derzeitige Situation und den geplanten neuen Straßenverlauf samt Fahrradweg anschaulich. Anger betonte, dass alle bisherigen Gesprächstermine mit den betroffenen Grundstücksbesitzern dokumentiert seien. So konnte Mitte März mit dem Besitzer der Flur Nr. 518 eine Vereinbarung abgeschlossen werden. Um die Maßnahme aber wie geplant durchführen zu können, muss mit den Besitzern der Flur Nr. 522 (betroffene Fläche: 17.500 m²) und der Flur Nr. 504 (1.750 m²) noch eine Einigung erzielt werden. Dies ist trotz mehrmaliger Versuche seitens der Gemeinde und des Landratsamts bislang nicht der Fall, wie Anger erklärte.
Nach sehr konträren Vorstellungen des Gemeinderats und der Besitzer des Grundstücks Flur Nr. 522 über das Tauschverhältnis, wurde nach mehrmaligen Beratungen im Gemeinderat und des Landratsamts auf Vorschlag der Eigentümer von Flur Nr. 522 ein unabhängiger Vertreter des Bauernverbands als Berater hinzugezogen. Am 17. Juni wurde eine vorläufige Vereinbarung unterschrieben, welche dem 1. Bürgermeister aber am 20. Juni vom Eigentümer abgeändert vorgelegt wurde. In der am Tag darauf folgenden Gemeinderatssitzung wurde diese veränderte Vereinbarung vom Gemeinderat abgelehnt.
Wie Anger weiter informierte, hat der Landkreis am 23. Juni zum zweiten Mal mit dem Besitzer der Flur Nr. 504 (betrifft nur den Landkreis) verhandelt. Dabei wurde unter Anwesenheit des 1. Bürgermeisters nach einer Tauschfläche gesucht. Als nach einiger Zeit der Verhandlungsdauer der Besitzer der Flur Nr. 504 ein aus Sicht des Landratsamt (LRA) unangemessenes Tauschverhältnis vorgeschlagen hat, wurde von Seiten des LRA das Gespräch abgebrochen und die Verhandlungen für beendet erklärt. „Wir können diese Besitzer nicht besser stellen als alle anderen Besitzer, die von solchen Maßnahmen ebenfalls betroffen sind“, betonte Anger.
Nachdem der Gemeinderat einstimmig genehmigte, dass Wortmeldungen der Besucher zugelassen sind, bat Josef Bender um das Wort. Er erklärte, dass es schön wäre, mit seinem behinderten Sohn mit dem Rollstuhl gefahrlos nach Gerolzhofen laufen zu können, da in Schallfeld die Möglichkeiten begrenzt seien. Er fragte Ratsmitglied Alfons Vollmuth, warum er damals als zweiter Bürgermeister für den Neubau der Straße und den Radweg stimmte und sich nun als Grundstücksbesitzer querstelle. Schon damals sei abzusehen gewesen, dass keine Ausweichflächen vorhanden sein werden. Bender forderte daher Vollmuth auf, er solle von seinem Posten als Gemeinderat zurückzutreten.
Nach weiteren Wortmeldungen und reger Diskussion, die zu keinem Fortschritt führte, setzte das Gremium für den 27. Juli um 20.30 im Feuerwehrhaus Schallfeld eine Infoveranstaltung an, auf der die Bevölkerung umfassend zum Stand der Dinge informiert und offene Fragen geklärt werden sollen, u.a. wie die weitere Vorgehensweise der Gemeinde aussieht und ob Förderungen auch weiterhin zur Verfügung stehen, sollte das Projekt sich weiter verzögern. Hierbei wird auch Norbert Müller (Chef des Kreisbau) anwesend sein, um Fragen zu beantworten.

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