LÜLSFELD (tg) Einen Rückblick auf das vergangene Jahr sowie einen Ausblick auf die kommenden Monate gab 1. Bürgermeister Wolfgang Anger bei den Bürgerversammlungen in Schallfeld und Lülsfeld.

In elf Gemeinderatssitzungen 2009 wurden insgesamt 59 Tagesordnungspunkte im öffentlichen und 40 im nicht-öffentlichen Teil behandelt. Ein Schwerpunkt war dabei die angedachte energetische Sanierung der Grundschule in Schallfeld. Geplant war eine Bausumme von 580.000 Euro, der Gemeindeanteil hätte zirka 130.000 Euro betragen. Zu Angers Bedauern wurde die Gemeinde jedoch nicht bei der Förderung durch das Konjunkturpaket II berücksichtigt. Im November 2009 wurde dann in einer Bürgermeisterrunde von Schulrat Eusemann ein Konzept vorgestellt, welches die Schließung des Schulorts Schallfeld beinhaltet. „Die 3. und 4. Klasse aus Schallfeld werden ab dem neuen Schuljahr in Oberschwarzach unterrichtet“, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Welche Verwendung das Gebäude in Zukunft hat, konnte Anger zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen: „Langfristig bieten sich bisher nur drei Möglichkeiten an: vermieten, verkaufen oder abreißen.“

Positiv verlief hingegen der Neubau der Rimbacher Straße mit der nötigen Kanalauswechslung vom Klosterplatz bis zum Ortsende. Gleichzeitig wurde der Gehweg auf diesem Abschnitt abgefräst und neu asphaltiert. Das Asphalt-Fräsgut der Rimbacher Straße wurde in den Wirtschaftswegen der beiden Gemeindeteile verteilt. „Dadurch konnten drei geplante Wirtschaftswege aus dem Programm der Förderung des Amts für Ländliche Entwicklung (AfLE) gestrichen werden, welche durch den Kapitalmangel in der Schallfelder Jagdgenossenkasse mit Sicherheit nicht erneuert worden wären“, so Anger. Die Finanzierung der drei übrig gebliebenen Wirtschaftswege wurde mittlerweile im Gemeinderat beschlossen, der Bewilligungsbescheid ging letzte Woche ein. Ausgehend von 120.000 Euro Gesamtkosten beträgt die Bezuschussung durch das AfLE 54.000 Euro. Die Gemeinde wird sich mit 35.000 Euro beteiligen, für die Jagdgenossenschaft fallen 24.000 Euro an.

„Unter großem Einsatz der Schallfelder Mitbürger wurde der Spielgarten in Schallfeld fertig gestellt und am 21. Juni von Pfarrer Stefan Mai gesegnet“, fuhr Wolfgang Anger fort. Als letzte Maßnahme innerhalb des Beschleunigten Flächenzusammenlegungsverfahrens war die Renovierung der beiden Wirtschaftswege Am Krautfeld und des Trockenlandwegs. „Somit ist mit dem Weg Am Krautfeld der Lückenschluss Richtung Rimbach-Volkach zum Landkreis Kitzingen vollzogen“, so der 1. Bürgermeister.

Wolfgang Anger dankte Anja Bördlein, die 2009 vier Ferienspaßaktionen für die Kinder aus Lülsfeld und Schallfeld organisierte, sowie allen Helfern, die die Aktionen unterstützten. Die beiden Kirchengemeinden wurden ohne Anerkennung einer Rechtspflicht von der Gemeinde wie folgt unterstützt: Die Renovierung der Kirchturmuhr in Lülsfeld mit zirka 2.000 Euro, die Renovierung des Taufsteins in Schallfeld mit zirka 1.700 Euro. Im Mehrzweckraum im Rathaus wurde zur Verbesserung der Akustik eine schalldämmende Zwischendecke für zirka 6.000 Euro installiert. Für die notwendige zweite Feuerwehrsirene wurde Ende der Verlängerung Bachgasse ein Standort gefunden, wo diese in den nächsten Wochen aufgestellt wird.

Ein wichtiges Thema in den kommenden Monaten wird der Ausbau der Breitbandversorgung in beiden Ortsteilen sein. Breitband-Pate, Gemeinderat Martin Ament, erläuterte zunächst den Ist-Zustand. Derzeit sei in Lülsfeld DSL-Light mit 0,3 bis 2 Mbit verfügbar, in Schallfeld ISDN bis zirka 1 Mbit. Als Technische Möglichkeiten für den Breitband-Ausbau kämen laut Ament WiMax, Richtfunk, UMTS/LTE, WLAN-Richtfunk, Glasfaserausbau oder eine Umrüstung am Hauptverteiler in Gerolzhofen in Frage. Ziel sei es, beide Gemeindeteile mit schnellem, gleichwertigen DSL zu versorgen. Martin Ament betonte, dass der förderfähige Höchstbetrag bei 100.000 Euro liegt, wobei bis zu 80 Prozent bezuschusst werden.

Im Zuge eines möglichen Breitband-Ausbaus soll in der Frankenwinheimer Straße und im Unterdorf in Schallfeld die Wasserleitung erneuert werden. Eine vorläufige Kostenschätzung belaufe sich laut Anger auf zirka 200.000 Euro.

Hinsichtlich des geplanten Straßenbaus zwischen Schallfeld und Gerolzhofen ist Anger zuversichtlich, dass der Landkreis mit der Maßnahme noch in diesem Jahr beginnt. Zum Abschluss wies der 1. Bürgermeister daraufhin, dass die Finanzkrise nicht spurlos an der Gemeinde Lülsfeld vorübergeht. Es sei für 2010 mit deutlich weniger Steuereinnahmen zu rechnen, ebenso werden die Schlüsselzuweisungen abnehmen. „Inwieweit sich die Gemeinde noch alle zusätzlichen Ausgaben leisten kann, wird sich in den kommenden Tagen bei der Haushaltsaufstellung zeigen“, erklärte Anger.


Bilder:
Zahlreiche Einwohnner/innen aus Lülsfeld kamen am Sonntag Abend zu Bürgerversammlung ins Gemeinschaftshaus und verfolgten die Ausführungen von Bürgermeister Wolfgang Anger und dem DSL-Beauftragten Martin Ament. Foto: Timo Grembler

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