SCHALLFELD (lr) 51 Schallfelder, darunter zwölf Frauen, nahmen an der Bürgerversammlung im Gasthaus Melchior teil. Bürgermeister Wolfgang Anger informierte in seinem knapp einstündigen Bericht über die wichtigsten gemeindlichen Ereignisse des vergangenen Jahres. Der Breitband-Beauftragte der Gemeinde, Gemeinderat Martin Ament, zeigte in einem detaillierten Bericht sechs Möglichkeiten für ein schnelleres Internet auf. Von den Anwesenden wurden 21 Fragen an den Bürgermeister gerichtet. Es schloss sich eine teils lebhafte Diskussion unter den Versammlungsteilnehmern an.

Mehrere Fragen bezogen sich auf die Situation des schnelleren Internets. So beispielsweise, von welchem Ort der Hauptanschluss hergeleitet werden sollte, wo welche Trasse gewählt werden könnte – aus Gerolzhofen oder aus Lülsfeld – und wann endlich auch ländliche Gemeinden mit einem schnelleren kabelgebundenen Internet versorgt würden. Der Breitband-Pate Martin Ament teilte mit, dass die Angebotsabgabe der Firmen bis Mitte April erwartet werde, dann die Auswertung erfolge und mit der Förderbehörde, der Regierung von Unterfranken, geklärt werden müsse, welche förderwürdig seien. Ament zeigte sich zuversichtlich, dass die Gemeindebürger zeitnah vom schnelleren Internet Gebrauch machen könnten.

Herbert Sassmann war informiert worden, dass die Person, die die Ortsrufanlage bisher bediente, gekündigt habe. Nun fragte er nach, wie es mit der Ortsrufanlage weitergehe. Der Bürgermeister erklärte, dass die Situation erst in der Februarsitzung entstanden sei und in den nächsten Gemeinderatssitzungen geklärt werden soll.

Beim Thema Flurmüllsäuberung kam eine lebhafte Diskussion zwischen den Müllsammlern und einigen Landwirten auf. Auf aktuellen Fotos zeigte Jens Michel einen Gummiwagen voller Zivilisationsabfälle, die bei der Flursammlung am 20. März zusammengetragen wurden. Weil bei der jährlich vom Sporting-Team durchgeführten Flurmüllsammelaktion in bestimmten Regionen erneut vor allem landwirtschaftliche Abfälle wie Planen, Plastiksäcke oder Wagenreifen gesammelt wurden, forderten die Sammler, dass zukünftig auch Landwirte an der Aktion teilnähmen oder auch diese ihre Plastikplanen zu Hause entsorgen sollten. Jeder sei verpflichtet, die Natur zu schützen. Dabei stellte sich während der Diskussion heraus, dass es unter den Landwirten einsichtige und weniger kooperative Ortsbewohner gibt. Bürgermeister Anger kündigte an, erneut einen Appell für eine saubere Flur ins Amtsblatt zu setzen.

Georg Schanz beschwerte sich, dass ein nichtöffentlicher Tagesordnungspunkt von Ratsmitgliedern bekannt gegeben wurde. Anger wies auf die Schweigepflicht der Gemeinderatsmitglieder hin und forderte alle auf, ihrem Eid zu folgen. Das Thema verschmutzte Straßen und Wege war erneut ein Punkt in der Bürgerversammlung. Die Verursacher, meist Bauern, forderten direkt und nicht über Dritte angesprochen zu werden. Auch das Thema Hundekot auf den Gehwegen kam von Gaby Hofmann zur Sprache. Der Bürgermeister appellierte an die Hundebesitzer, ihre Tiere auf den naheliegenden Flurwegen auszuführen, um dort ihr „Geschäft“ zu erledigen.

Wie es mit der Schallfelder Schule ab August 2010 weitergeht und welche laufenden Kosten anfallen, war eine der weiteren Fragen. Anger sagte, es gebe drei Lösungen: Vermieten, verkaufen oder abreißen. Das Objekt sei bereits mehreren Organisationen angeboten worden, aber bisher habe sich kein Interessent gefunden.

Nachdem der Müllabfuhrplan geändert worden ist, haben zahlreiche Bürger Probleme mit den unregelmäßigen Terminen bei der Mülltonnenleerung. Das Thema sei laut Bürgermeister im Landratsamt bekannt und der Abfuhrplan könne nicht geändert werden. Wolfgang Hanf bat um Information, wann die Straße zwischen Schallfeld und Gerolzhofen wegen des gefährlichen Fußwegs zum Sportheim gebaut werde. Das Pflaster stelle an zahlreichen Punkten eine Gefahr da, und die Stolperecken müssten umgehend beseitigt werden. Mit Spannung warteten die Versammlungsteilnehmer auf die Antwort des Bürgermeisters. Dieser teilte mit, er sei zuversichtlich, dass der Straßenbau noch 2010 beginne und parallel dazu der Gehweg zum Sportheim erneuert werde. Hans Pfister stellte fest, dass Gerolzhofen den Straßenbauzuschuss nicht verfallen lasse, und hoffte, dass dies auch für die Gemeinde Lülsfeld zutreffe. Anger antwortete, dass der Landrat für die Kreisstraße zuständig und verantwortlich sei und die „Richtung“ vorgebe.

Lothar Riedel wollte die Meinung der Anwesenden über das Fällen der großen Birken im Friedhof hören. Es gab weder Befürworter noch Ablehner. Eine weitere Frage war die künftige Nutzung der Orts-Gefrieranlage. Nachdem zahlreiche Fächer nicht mehr genutzt werden, stellt sich einigen Eigentümern die Frage, ob die Gefrieranlage aufgelöst werden sollte. Nach Meinung einiger Anwesenden müsste eine Versammlung der Gefrierfacheigentümer darüber entscheiden.

Eine Ortsbewohnerin wollte informiert werden, ob es Zeiten für eine Mittagsruhe gebe. In ihrer Nachbarschaft werde nicht nur werktags, sondern oftmals auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet. Der beruflich in einem Ordnungsamt zuständige Gemeinderat Frank Reppert teilte mit, dass es keine einheitliche Regelung gebe und jede Gemeinde diesbezüglich individuelle Vorgaben machen müsse. Gottfried Schulz regte an, den Kirchweg mit Schotter nachzubessern.

Zum Schluss gab Anger den Hinweis, dass bei Bedarf jederzeit eine persönliche Amtsstunde telefonisch mit dem Ortsoberhaupt vereinbart werden könne. Bürgermeister Anger dankte den Bürgern nach 50-minütiger Diskussion für den angenehmen und sachlichen Umgangston.

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