LÜLSFELD (tg) Närrisches Treiben herrschte in der Gemeinderatssitzung, nachdem eine Abordnung der Schallfelder Faschingsgesellschaft das Rathaus stürmte. Das Prinzenpaar Monika I. und Arnold I. forderten vom 1. Bürgermeister Wolfgang Anger den Rathausschlüssel und die Gemeindekasse. „Ab jetzt liegt die Verantwortung für die Gemeinde in unseren Händen“, verkündete Arnold I. nach der Übergabe.
Sogleich nahm das Prinzenpaar seine Arbeit auf und unterbreitete dem Gemeinderat den ersten Tagesordnungspunkt. Dabei wurde eine Auffahrt zur B286 in Schallfeld beantragt, um nicht die sich in einem schlechten Zustand befindliche Kreisstraße nach Gerolzhofen nutzen zu müssen. In diesem Zuge soll auch die Auffahrt Geo Süd geschlossen werden. Die Narren erwarten sich davon eine schnellstmögliche Verbesserung der Verkehrssituation und eine Senkung des Unfallpotentials.
Die dann nicht mehr für den Verkehr genutzte Kreisstraße nach Gerolzhofen kann danach zu einem Hochgeschwindigkeitsradweg umfunktioniert werden, so das Prinzenpaar weiter. Dies sei eine kostengünstige Alternative, die zudem keine neuen Flächen verbrauche.
Zur Aufwertung der Kläranlage forderten Monika I. und Arnold I. den Ausbau des Regenüberlaufbeckens zum Naherholungsgebiet „An der Weidach“. Dazu müsse das Regenüberlaufbecken geflutet, ein künstlicher Sandstrand angelegt sowie Palmen gepflanzt und Strandkörbe beschafft werden.
Da in den beiden örtlichen Kirchen der Gottesdienst von verschiedenen Geistlichen abgehalten wird und dies vor allem bei älteren Kirchenbesuchern für Verwirrung sorgt, forderte das Prinzenpaar den Gemeinderat auf, den Kirchendienst zu übernehmen, damit man sich nicht immer an fremde Gesichter gewöhnen müsse. Die Regelzeit für eine Predigt wurde zudem auf maximal zehn Minuten begrenzt.
Nachdem die Schallfelder Schule zum Ende des Schuljahres 2010 geschlossen wird, sind beim Prinzenpaar verschiedene Anfragen für eine Folgenutzung eingegangen. So zeigt ein sibirischer Wanderzirkus sein Interesse, dort sein Lager aufzuschlagen. Auch ein Tanzclub „Und Mehr“ zeigt Interesse und möchte in den Räumlichkeiten Rückzugsmöglichkeiten und Ruhezonen für die Clubbesucher anbieten. Die Schafkopffreunde Schallfeld und Umgebung fragten an, ob eine Schafkopfschule denkbar wäre. Nach kurzer Diskussion favorisierte das Gremium den Tanzclub, der nach Möglichkeit auch eine Sauna haben sollte, um das angedachte Naherholungsgebiet aufzuwerten.
Nachdem alle vorgebrachten Forderungen und Anträge zum Wohle der Narren ausfielen, spendierten die Faschingsgesellschaft dem Ratsgremium und den Zuhörern Sekt und Schinkenstangen.

Rathaussturm des Schallfelder Prinzenpaares.
FNr.:0664+0677, LR

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