LÜLSFELD (ra) Bürgermeister Wolfgang Anger hatte Stefan Thierfelder vom Amt für Landwirtschaft und Forsten sowie Revierförster Gerald Eser zur Gemeinderatssitzung eingeladen.

Bereichsleiter Thierfelder berichtete über den Holzmarkt und die Auswirkung der Finanzkrise auf diesen Zweig. Er meinte, die Gemeinde Lülsfeld mit den eigengeprägten Wäldern träfe es weniger und der Stammholzverkauf laufe nach wie vor am besten.

Die Nachfrage bei Buchen- und Nadelholz sei rückläufig, doch das Eichenstammholz sei am wenigsten betroffen und der Brennholzverkauf wirke sich stabilisierend aus, ergänzte er.

Zum Thema Waldgesundheit sagte Stefan Thierfelder, der Schwammspinner befände sich momentan in der Ruhephase, doch der Eichenprozessionsspinner sei in einzelnen Gebieten des Landkreises aktiv. Im südlichen Landkreis sei er am Sportplatz in Lülsfeld bekämpft worden und am stärksten in der Hörnau bei Gerolzhofen aufgetreten, gab er weiter Auskunft.

Weiter erklärte Thierfelder, die Entscheidungen, die jetzt in der Waldwirtschaft getroffen würden, hätten, 100 bis 160 Jahre Bestand, wozu er einen Plan vorlegte, in dem die Böden des Gemeindewalds im Jahr 2004 standardkartiert wurden. Weiter legte er den Forstwirtschaftsplan aus dem Jahr 1981 vor und regte an, diesen 2010 zu erneuern. Auf die Gemeinde kämen dafür 2500 Euro zu, der gleiche Betrag würde vom Freistaat beigesteuert.

Revierförster Eser sprach über den Jahresbetriebsnachweis und –plan, dass 2007/08 im Lülsfelder und Schallfelder Wald Rückegassen angelegt wurden. Damit der Abtransport des Holzes erleichtert wurde, seien in Lülsfeld 63 und in Schallfeld 116 Festmeter geschlagen worden. Zusätzlich seien im Schallfelder Wald im vorgelagerten Vogelschutzbereich nahe der Kläranlage fünf Festmeter für den Spielgarten in Schallfeld entnommen worden, gab Gerald Eser Auskunft und ergänzte, die Kosten für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sei bis auf einen geringen Betrag übernommen worden und der Sturm „Emma“ habe im Lülsfelder Wald weniger Schaden angerichtet.

In seiner Prognose für 2009 meinte Eser: „Kein weiterer Holzeinschlag in Lülsfeld. Die Südseite des Waldes hat Ausfallerscheinung und soll durch einen Zaun geschützt und im Herbst durch eine Anpflanzung wieder aufgeforstet werden. Im Schallfelder Wald sind noch Rückegassen notwendig. 100 Festmeter sollten als Ster- und Polterholz zur Verfügung gestellt werden. An der Wiebelsberger Seite sollte Wald etwas gekürzt werden und bei etwa 30 Stämmen eine Astung anberaumt werden, damit furnierhaltiges Holz entsteht.
Eine gewünschte Bepflanzung des Schallfelder Schuttplatzes mit Edeltannen sieht Eser kritisch, weil diese anspruchsvoller und diebstahlgefährdeter als Fichten sind.

Für den von der Gemeinde am 28. Februar 2009 beabsichtigten Sägekurs werden vier bis fünf Bäume benötigt. Diese können an der Südseite des Lülsfelder Waldes oder unterhalb des Sportgeländes nach Absprache zwischen Revierförster Eser und Gemeinderatsmitglied Ewald Weissenseel entnommen werden.

Nachdem im Schallfelder Wald Aspen herausgenommen wurde, Birken alleine aufgegangen sind und Fichten hineingesetzt wurden, gibt es keinen Bedarf, weitere Birken zu pflanzen. Gemeindearbeiter Hans Landauer fragte, warum keine Maßnahme gegen den wuchernden Efeu ergriffen werden und was man gegen das Sterben der jungen Bäumen an der Schnellstraße in Schallfeld tun könne.

Eine chemische Bekämpfung des Efeus ist laut Gerald Eser nicht möglich, er könne nur von Hand entfernt werden. Der Zustand der Bäume an der Schnellstrasse soll bei der Waldbegehung demnächst begutachtet werden. Im Anschluss an die Gespräche mit den Amtspersonen zeigte Zweiter Bürgermeister Lothar Riedel Dias von der letzten Holzsubmission und den Schädlingen, die vorher angesprochen wurden.

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