LÜLSFELD (ra) Nach 50 Jahren als Obmann der Zuckerrübenanbauer von Lülsfeld legte Ernst Scheder sein Amt nieder. Nachdem bei der Wahl zum neuen Obmann gleichviel Stimmen auf Roland Bauer und Robert Schemmel entfielen, entschied das Los für Roland Bauer. Als ersten Stellvertreter wählte die Versammlung Ewald Weissenseel, als zweiten Stellvertreter Raimund Wiener.

Der neue Obmann dankte Ernst Scheder auch im Namen der übrigen Anbauer für die Zeit von 1958 bis 2008, in der er als Vertrauensmann der Lülsfelder fungierte. Ernst Scheder sei der Obmann, der seit der Gründung des Verbandes Fränkischer Zuckerrübenanbauer 1947 die längste Zeit als Ortsobmann tätig war, habe der Geschäftsführer des Verbandes Fränkischer Zuckerrübenanbauer, Dr. Klaus Ziegler, auf seine Anfrage bestätigt, sagte Roland Bauer.

Der Jubilar Ernst Scheder erinnerte sich an die Anfangszeiten, als in Lülsfeld noch 32 Landwirte Zuckerrüben anbauten. 1947 wurde der Verband fränkischer Zuckerrübenanbauer gegründet. Als Standort für eine Zuckerrübenfabrik wurde Ochsenfurt wegen der zentralen Lage gewählt. Die Produktion dort begann 1952. In der Anfangszeit wurden in Franken 4000 Hektar Zuckerrüben angebaut, nach dem Bau der Fabrik stieg der Anbau auf über 20 000 Hektar. 1981 waren es 38 000 Hektar. Die Kapazität der Fabrik reichte nicht mehr aus. Deshalb entstand in Zeil eine weitere Fabrik.

Als mühselige Arbeit bezeichnete Ernst Scheder das Verladen der Zuckerrüben an den Bahnhöfen in die offenen Waggons. Erst mit einer Kipphebebühne kam eine Beschleunigung in die Verladung und die Zeit pro Waggon verkürzte sich von einem Tag auf eine Stunde. Acht Gemeinden waren für die Verladung in Lülsfeld eingeteilt. 1991 wurde die Waggonverladung eingestellt. Der Rübentransport erfolgte mit Lkw oder Traktoren in die Fabriken.

Weil der Anbau von Zuckerrüben wieder zurückging, sei die Fabrik in Zeil geschlossen, berichtete Scheder weiter. Zu Spitzenzeiten hätten die Landwirte in Lülsfeld drei Waggons Rübenschnitzel von der Fabrik pro Jahr bestellt. Damit wurde das Vieh gefüttert. Pro Haushalt seien sonst auch ein bis vier Zentner Zucker bezogen worden. Inzwischen sei der Zuckerpreis in den Geschäften angepasst und Direktbezug würden sich nicht mehr rechnen, ergänzte Ernst Scheder.

Zu den Aufgaben des Vertrauensmannes sagte er: „Er ist Vermittler zwischen den Anbauern und der Fabrik. Er bestellt Samen oder Zuckerrübenschnitzel und regelt den Abtransport der Rüben.“

Bildunterzeile:
Der neue Obmann der Lülsfelder Zuckerrübenanbauer, Roland Bauer, dankte Ernst Scheder für die 50 Jahre, in der dieser als Vertrauensmann der Lülsfelder Geschicke leitete. FOTO: Reinhold Anger


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