LÜLSFLED (RA) Das seltene Fest einer Glockenweihe, das etwa alle 50 Jahre einmal vorkommt, feierte die kirchliche und politische Gemeinde Lülsfeld.

Der katholische Dekan Josef Kraft, der die Weihezeremonie assistiert von seinem evangelischen Kollegen Pastor Werner vornahm, meinte, das Läuten der Glocke bedeute nicht nur Abschied, sondern den Übergang zur Welt Gottes. Weiter brachte er Beispiele aus jüngster Zeit aus Gerolzhofen, wo eine Person das Glockenläuten störte oder eine andere Person das Läuten der Glocken vermisste.

Aufmerksam hörte die Ortsbevölkerung, die zahlreich erschienen war, seinen Ausführungen über einen Touristen zu. Dieser wurde durch das Läuten einer Glocke in Moskau vor der Wende zu einem Gottesdienst geführt. Dekan Kraft dankte abschließend dem Bürgermeister und dem Gemeinderat, die sich entschlossen hatten, eine Glocke beim Bau des neuen Leichenhauses mitzuplanen.

Bürgermeister Robert Schemmel berichtete, die Glocke sei 50 Kilogramm schwer und habe einen Durchmesser von 45 Zentimeter. Er fügte an, die Glocke sei erst am Mittwoch von der Glockengießerei Berner in Passau geliefert worden und drei Viertel der Kosten in Höhe von 6000 Euro seien bisher durch Spenden finanziert.

„Heutzutage wird um vieles Lärm gemacht, der Klang einer Glocke aber soll erinnern“, sagte er und ergänzte, er sehe den Sinn der Glocke, dass die letzte Reise der Mitbürger mit Läuten begleitet würde. Als Beispiel brachte er das Werk von Ernest Hemingway „Wem die Stunde schlägt.“

Das Ortsoberhaupt dankte den Spendern sowie Architekt Rudy Laatsch, Gemeindearbeiter Hans Landauer und der Musikkapelle Lülsfeld unter der Leitung von Peter Wohlfeil.

Nach dem Satz des Dekans Kraft: „Gehet hin in Frieden“ legte Robert Schemmel Wert darauf, das letzte Wort zu haben und sagte: „Gehet nicht hin in Frieden, sondern bleibt in Frieden, denn wir haben eine Erfrischung mit einem kleinen Imbiss vorbereitet.“

Die Glocke trägt auf der Vorderseite das Gemeindewappen, links davon das Alpha, rechts davon das Omega und darunter 2007.

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