LÜLSFELD(RA)

Ein Reizthema in Gemeinden, Märkten oder Städten sind immer wieder Mobilfunkmasten, so auch in Lülsfeld.

In der letzten Gemeinderatssitzung betonten zwar beide Seiten, das Ratsgremium, das den Mast bereits genehmigt hat und auch die Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Mast, es ginge nur um die Sache, doch unterschwellig brodelt es.

Von der Bürgerinitiative kommt immer wieder der Vorwurf, die Gemeindeverantwortlichen hätten zuwenig informiert. In Wirklichkeit wurde über die Presse seit Sommer 2005 über Anfragen von T-Mobil oder E-plus, über angebotene oder abgelehnte Standorte aus den Sitzungen informiert.

Auch in der Bürgerversammlungen im Frühjahr 2006 hatte Ortsoberhaupt Robert Schemmel das Thema angesprochen. Es kamen keine Nachfragen, es bildete sich keine Bürgerinitiative. Erst nachdem der Bauplan der Deutschen Funkturm AG vom Gemeinderat im Oktober 2006 einstimmig genehmigt worden war und wenige Tage später das Archivbild eines extrem ausgestattetem Sendemastes als Zusatz zu einer Volkacher Stadtratsitzung veröffentlicht wurde, kam Bewegung in die Initiative.

Die Deutsche Funkturm AG hat einen gültigen Pachtvertrag. Auf dem wird sie, wie am Beispiel der Marktgemeinde Oberschwarzach vor zwei Jahren, bestehen und Regessforderungen stellen, wenn sie kein Ersatzgelände bekommen wird.

Die Gemeindeverantwortlichen hätten wohlweislich die Entscheidungen für den Funkmast nicht getroffen, wenn sie vorher diesen Widerspruch bekommen hätten. Nun haben sie schlechte Karten, denn ohne Genehmigung des Bürgerentscheids wären sie als nicht demokratisch eingestuft worden. Findet die Bürgerabstimmung die Mehrheit in der Bevölkerung, müssen die Vertreter der Gemeinde vertragsbrüchig werden oder gegen ihre Bürger entscheiden. Findet die Abstimmung keine Mehrheit, bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Die Mobilfunkgesellschaften treten grundsätzlich zuerst an Gemeinden heran, bekommen sie dort kein Gelände, versuchen sie es bei Firmen oder Privatleuten. Dazu hat die T-Mobile ein etwa quadratisches Rastersystem für Deutschland entwickelt, das bundesweit die Fläche abgedeckt und nirgendwo mit zu hoher Intensität gesendet werden muss. Es wird erst dann schwierig, wenn das beliebte Florianprinzip „Oh heiliger St. Florian, verschone unsere Häuser, zünd andere dafür an“ angewandt wird: Handys nutzen - ja, aber den Handymast bitte nicht in unsere Nähe!

Bisher gibt es keine Beweise, wie schädlich die Strahlen wirklich sind, weil noch keine Langzeitstudien existieren. Für alle Darstellungen und Veröffentlichungen im Internet gibt es Gegendarstellungen.

Bleibt zu hoffen, dass sich wegen eines Sendemastes die verschiedenen Interessengruppen nicht zu sehr verstreiten, wenn auch unter dem Decknamen „Funkmast“ leicht persönliche Differenzen verpackt werden könnten.

Quelle: Mainpost

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