LÜLSFELD (RA)
In der Gemeinderatssitzung stellte sich Betriebsleiter Stephan Thierfelder vom Amt für Land- und Forstwirtschaft in Schweinfurt vor.
Thierfelder, der auch für das Forstamt Gerolzhofen zuständig ist, gab zudem Auskunft über die neue Forstorganisition. Revierförster Gerald Eser berichtete, im Jahr 2005 seien in Lülsfeld 80 Festmeter Holz, hauptsächlich Eichen, geschlagen worden. In Schallfeld wurde kein Einschlag vorgenommen. Zirka 40 Festmeter sollen 2006 in Lülsfeld geschlagen werden, hauptsächlich wären das wieder Eichen, die durch den Schwammspinnerbefall gelitten hätten, ergänzte er.
In Schallfeld würden 2006 durch die Schaffung von neuen Rückegassen auch wieder Bäume gefällt, fügte er hinzu. In dem Zusammenhang schlug Eser vor, sich beim Prozessoreinsatz der Gemeinden Oberschwarzach mit anzuhängen. Damit könne die Gemeinde durch die Baumentnahme erstens Geld verdienen und zweitens würden die neuen Rückegassen ohne Kosten geschaffen.
Weiter gab er Auskunft über die Wiederaufforstung der ehemaligen Bauschuttdeponie in Schallfeld. Als besonders gutes Geschäft in anderen Gemeinden bezeichnete er den Verkauf des Polterholzes, weil es am Stamm veräußert wird und nicht gesägt werden braucht. Gegen Schwammspinner sei 2005 in den Wäldern des Ortes gespritzt worden. Dies solle in diesem Jahr wieder geschehen, regte er an.
Mit einem viertel Hektar bezifferte die geplante Neuaufforstung von Birken und Fichten, die in Schallfeld für den Eigenbedarf im Ort gebraucht würden. Ratsmitglied Lothar Riedel schlug vor, eine Anzahl Birken sofort zu pflanzen und nicht auf die Ansamung durch die Mutterbirken zu warten.
Der Revierförster fügte an, eventuell Ahorn als nächste Generation von Nutzbäumen mitzupflanzen. Zweiter Bürgermeister Alfons Vollmuth regte an, die Anwandwege um den Wald frei zu machen, weil diese teilweise stark überwuchert seien. Hier sieht Eser auch kein Problem.
In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschloss das Ratsgremium einstimmig eine neue Satzung für das Verbrennen holziger Gartenabfälle. Nachdem die alte Satzung aus dem Jahr 1985 abgelaufen war, gilt die neue für 20 Jahre und jeweils vom 16. März bis 30. April und vom 1. bis 30. Oktober dürfen holzige Gartenabfälle innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile verbrannt werden. Für die übrige Zeit im Jahr gilt generell ein Verbot für das Verbrennen von Abfällen.
Bürgermeister Robert Schemmel brachte in der Gemeinderatssitzung Vorschläge für den Haushaltsplan 2006. Dabei nannte er die Resterschließung des Schallfelder Neubaugebietes „Am Mühlweg“, weil dort nur noch zwei Bauplätze zur Verfügung stehen.
Neue Pumpen für die Feuerwehren Schallfeld und Lülsfeld mit einem Ansatz von 18.000 Euro sieht er ebenso notwendig wie die Sanierung des Daches am Schallfelder Pfarrheim, für die 20.000 Euro eingesetzt werden. Den Zuschussbetrag für neue Rasenmäher der Sportvereine schiebt das Ratsgremium weiter von 2005 auf 2006, weil diese noch nicht benötigt wurden. Eventuell soll ein Hochgrasmäher für zirka 1.500 Euro angeschafft werden, weil die Pflegeflächen von der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Lülsfeld übernommen worden sind. Nicht zuletzt wird das neue Leichenhaus und der Parkplatz am Friedhof Lülsfeld in die Planung genommen.
Nach eingehender Diskussion einigte sich das Ratsgremium, dem Zuschussantrag der Musikkapelle Schallfeld zur Anschaffung neuer Jacken im Moment nicht stattzugeben. Gemeinderat Thomas Heinrichs hatte berichtet, die Lülsfelder Musiker wären bereit, sich anzuschließen, die gleichen Jacken zu kaufen. Doch die Schallfelder Musiker hätten sich gegen gemeinschaftliche Jacken ausgesprochen. Von der Gemeinde kommt dazu der Vorschlag, dass die Kapellen einheitliche Jacken erwerben sollten. Außerdem seien diese Jacken zu dünn und ein Antrag sollte vor dem Kauf gestellt werden und nicht hinterher, waren weitere Begründungen für die einstimmige Ablehnung des Zuschussantrags.
Bürgermeister Schemmel berichtete, vom Amt für Denkmalschutz gäbe es Zuschüsse für die Restaurierung der Marienfigur am ehemaligen Schallfelder Pfarrhaus. Wiederum einstimmig entschieden die Räte, das Angebot einer Untersteinbacher Firma für die Renovierung anzunehmen.
Gegen die zweite Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Prichsenstadt hat das komplette Ratsgremium keine Einwände.
Von verschiedenen Architekten legte der Bürgermeister Musterpläne für ein neues Leichenhaus in Lülsfeld vor. Bei einer Besichtigungsfahrt wollen die Ortsverantwortlichen demnächst Leichenhäuser in der Umgebung in Augenschein nehmen.
Ohne Gegenstimme bekommt eine Firma aus Unterspießheim den Auftrag, die neue Gerätehalle am Bauhof in Lülsfeld errichten. Den Auftrag für den Einbau einer neuen Türe am alten Lehrerwohnhaus in Lülsfeld bekommt eine Firma aus Frankenwinheim.
Den Neujahrsempfang legten die Räte auf Sonntag, den 15. Januar um 17 Uhr fest. Die Bürgerversammlungen sollen am Freitag, den 10. März 2006 in Lülsfeld im Gemeinschaftshaus und am Samstag, den 11. März 2006 im Gasthaus Melchior in Schallfeld jeweils um 20 Uhr stattfinden.


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