Wie bereits im vergangenen Jahr hat sich der echte Hausschwamm mit dem lateinischen Namen „serpula lacrimans“ wieder eingenistet. Dieses mal auf der rechten Seite des Kirchenschiffs zwischen Seitenaltar und –eingang.

Der Hausschwamm hat Ruhephasen von 12 bis 15 Jahren und kann dann wieder unter feuchten und warmen Bedingungen täglich bis zu 12 Millimetern wachsen. Die Sporen befinden sich in der Luft und nisten sich bei passendem Milieu, das heißt ab 20 Prozent Feuchtigkeit, im Holz ein und ernähren sich davon. Der Pilz darf nicht berührt werden, damit keine Sporen frei und andere Stellen befallen werden.
Seit 1999 ist der Hausschwamm in Bayern nicht mehr meldepflichtig. Wenn alles klappt und keine weiteren Überraschungen oder auch organisatorische Probleme auftreten wird die Maßnahme voraussichtlich drei Wochen dauern und Sanierungskosten für Restaurierungs-, Maurer-, Naturstein-, Kirchenmaler-, Elektro- und Schreinerarbeiten in Höhe von mindestens 12000 Euro erfordern. Ein viertel der Kirche ist durch eine Staubfolienwand abgesperrt. Während der Sanierungsmaßnahme kann nur der Haupteingang benutzt werden.

Die umfangreichen vierjährigen Renovierungsarbeiten der Schallfelder Kirche wurden vor einem Jahr abgeschlossen. Nach Feststellung des Pilzes wurden kurzerhand in Absprache mit dem Bischöflichen Bauamt Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen. Vier Bankreihen sind vom Pilz befallen. Die Fachfirma Binker aus Lauf begann bereits mit der Pilzbekämpfung. Der untere Teil, der an der Wand gestandenen Bankwangen, muss abgesägt und verbrannt werden, da diese bereits vom Pilz befallen sind. Der obere Teil wird von der Firma Binker mit Spezialholzschutzmittel behandelt und kann so noch gerettet werden.
Nachdem der Innenputz auf einer Höhe von 1,5 Metern abgeklopft ist werden 14 Löcher je Quadratmeter mit einem Durchmesser von 16 bis 18 mm gebohrt und das befallene Mauerwerk mit einer Bohrsalzlösung getränkt, um die Wurzeln des Pilzes abzutöten. Zusätzlich wird die Wand im Hochdruckverfahren imprägniert, um alle Pilzrückstände sorgsam zu entfernen. Danach kann die Innenwand wieder verputzt und gestrichen werden. Der Hausschwamm hat sich auch im Holzfußboden und unter dem Steinfußboden im Seiteneingangsbereich eingenistet und deshalb muss auch dieser Bereich erneuert werden
Am Seitenaltar konnten keine Schäden festgestellt werden.

Für die Kirchenbesucher in Schallfeld besteht keine Gefahr, die eingesetzten Mittel sind gesundheitlich unbedenklich. (LR)
FNr.: 9946


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