Fotos von der Altarweihe in Schallfeld.
FNr. 9368+9417;
Lothar Riedel

Am Erntedanksonntag, dem 3. Oktober 2004, fand in Schallfeld ein geschichtsträchtiges Ereignisse statt, das in die Gemeindebücher eingehen wird. Weihbischof Helmut Bauer segnete in der gut besuchten Schallfelder Kirche St. Ägidius in einem feierlichen Gottesdienst um 16 Uhr den aus fränkischem Sandstein gefertigten neuen Volksaltar und Ambo, die mit ihrer festen Bodenverankerung die Einheit und Standfestigkeit des Glaubens symbolisieren sollen. Vor 40 Jahren wurde die Bodenbefestigung festgelegt.

Den hohen geistlichen empfingen am Kirchplatz Ortspfarrer Waldemar Müller mit Ministranten, die Kirchenverwaltung, der Pfarrgemeinderat und drei Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine sowie weitere geladene Gäste. Unter den Klängen der Ortskapelle zogen Vorgenannte mit dem stellvertretenden Oberhirten der Diözese Würzburg bei herrlichem Herbstwetter mit 17 Grad in das renovierte Gotteshaus.

In der Kirche besprengte der Weihbischof die Gläubigen mit Weihwasser zum Zeichen der Bußgesinnung und den neuen Altar zur symbolischen Waschung. In der vom bischöflichen Zeremonienleiter Jürgen Kelber gesungenen Allerheiligenlitanei wurden unter anderem die Namen der Heiligen Fausta und des Hl. Burkard genannt, deren Reliquien im Volksaltargrab in der folgenden Zeremonie beigesetzt werden sollten. Die Knochensplitter der beiden Heiligen befinden sich in einem kleinen Zinnbehälter, der in Goldpapier verpackt und mit einem roten Band versehen ist. Die kleine Schatulle ist mit dem Wappen des Weihbischofs versiegelt.

Reliquien müssen aus einem Körperteil oder aus persönlichem Besitz eines Heiligen stammen und werden in drei Kategorien unterteilt. Die Hl. Fausta – ihr Name bedeutet die Glückliche - starb als 13-jähriges Mädchen auf Kyzikos (heutige Dardanellen/Türkei) den Märtyrertod in frühchristlicher Zeit, weil sie ihren Glauben standhaft verteidigte. Ihr Gedächtnistag ist der 20. September. Der Hl. Burkard wurde als Mitarbeiter des Hl. Bonifatius, der 742 n. Chr. das Bistum Würzburg gegründet hatte, zum ersten Bischof Würzburgs ernannt. Sein Todestag ist der 2. Februar 754. Er ist in St. Burkard in Würzburg beigesetzt.

Die Reliquienschatulle schob der Bischof in das dafür vorbereitete Reliquiengrab auf der dem Volk zugewandten Altarseite. Steinmetz Florian Tully aus Gerolzhofen, der den Altar angefertigt hat, verschloss die Ruhestätte. Anschließend besprengte der Weihbischof den Altar mit Weihwasser und salbte die Ecken, die Mitte, die Flanken und den Altarfuß mit Chrisam. Als weiteres Ritual folgte die Beräucherung des Altartisches mit Weihrauch, der an in fünf Kreisen gelegten Körnern entzündet wurde; dazu wurde ein weiteres Gebet gesprochen. Das Feuer sollte die Gegenwart Gottes Symbolisieren. Fünf in den Altartisch eingemeißelte Kreuze stellen die Wundmale Christi dar.

Die Weihe war ein besonderer Augenblick für die Gläubigen der Pfarrgemeinde aus Schallfeld und Brünnau. Mit der Reinigung des Volksaltars und Eindeckung mit Tüchern endete die Weihe des Altars und des Ambos, es schloss sich die Messfeier an.. Als „Wort Gottes“ bezeichnete Bauer den ebenfalls aus Sandstein gefertigten Ambo.
Die Konzelebranten Dekan Josef Kraft aus Gerolzhofen und Pfarrer i. R. Otto Storg aus Michelau sowie 11 Ministranten trugen zur feierlichen Gestaltung bei.
Als geladene Gäste nahmen unter anderem Pfarrerin Antje Biller aus Bimbach, Bürgermeister Robert Schemmel, die Gemeinderäte, der Architekt des Bischöflichen Ordinariats H. Lehnert und weitere 40 Personen teil, die sich jahrelang um die Kirche Verdienste erworben haben.
Die Schallfelder Sopranistin Martina Schwab brillierte mit einem feierlichen „Ave Maria...“. Der Chor unter Leitung von Irene Krätzig gab Gesangseinlagen, Maria Klein spielte wie gewohnt und souverän die Orgel. Im Anschluss an den Gottesdienst zogen die Festgäste begleitet von den Klängen der Schallfelder Blaskapelle unter Leitung von Roland Bäuerlein zum Gasthaus Melchior, wo ein Empfang mit Abendessen stattfand.
Irmgard Krammer vom Architekturbüro Weimann aus Gerolzhofen sprach von einer umfassenden Generalsanierung, die nach 4 Jahren erfolgreich und nahezu im vorgesehenen Kostenrahmen von 500.000 Euro abgeschlossen werden konnte. Über 1000 Stunden Eigenleistung der Schallfelder Ortsbürger trugen erheblich zur Kostenreduzierung bei. Für die Kirchenverwaltung Schallfeld findet eine nicht immer unproblematische Entscheidungszeit nun doch ein erfolgreiches Ende. Bürgermeister Robert Schemmel hob das Engagement der freiwilligen Helfer hervor und lobte den Teamgeist der Schallfelder. Als Geschenk überreichte er dem Weihbischof eine Ortschronik.
Kirchenpfleger Bernhard Seuffert dankte allen, die zum Gelingen der Baumaßnahme beigetragen haben - sei es durch große oder kleine Spenden oder die zahlreichen freiwilligen Helfereinsätze. Er dankte ebenso dem politischen Gremium, der Gemeinde Lülsfeld, für die harmonische und unproblematische Zusammenarbeit und die finanzielle Unterstützung sowie der bischöflichen Finanzkammer und weiteren Förderbehörden für finanzielle Zuwendungen.


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