Lothar Riedel, Schallfeld,

Am 26. 5. 2004 fand im Sportheim des SC Brünnau eine Informationsveranstaltung über die Erneuerung der Fernwasserleitung zwischen Wiebelsberg und Prichsenstadt statt. Die Trasse wird auch von Prichsenstadt über Geesdorf bis Untersambach erneuert.

Grundstücksbesitzer aus Wiebelsberg, Schallfeld, Brünnau, Neuses a. S., Stadelschwarzach und Prichsenstadt, deren Grundstücke von der Rohrtrasse betroffen sind, waren zu der von der Fernwasserversorgung Franken organisierten Veranstaltung gekommen. Die Grundstückspächter werden ebenfalls von der FWF informiert.

Rautenberg weist mehrmals darauf hin, dass Schäden durch die Baufirma oder durch Feldsteine, Bodenverdichtung etc. sofort bei der FWF gemeldet werden sollen, um Mängel kurzfristig und vollständig zu beheben und der Grundstückseigentümern einen Wertausgleich gewähren zu können.
Die Grundstücksbesitzer sollten – soweit Drainagepläne vorhanden sind der FWF zur Verfügung stellen - zur Vermeidung von Schäden beim Graben und sind verpflichtet, zur Klärung der Grundstücksverhältnisse bis Juli 2004 die Grenzsteine zu räumen.
Für Entschädigungszahlungen muß der FWF kurzfristig die Steuernummer gemeldet werden.
Eugen Köhler vom Bauernverband Hauptgeschäftsstelle Würzburg informierte ausführlich über die Grunddienstbarkeit und insbesondere über die Entschädigung von Flur- und Kulturschäden. Nach Abschluss der Baumaßnahme wird vor Ort eine Flurschadensschätzung mit örtlichen Schätzern durchgeführt und die tatsächliche Leitungslänge ermittelt. Er teilte weiter mit, dass, der FWF zum Wertausgleich auch langfristige Schäden zu melden sind.

Der für die Grundstücksverwaltung zuständige Sachgebietsleiter der Fernwasserversorgung Franken, Friedrich Schaumann, erläuterte die neue Rohrtrasse und damit zusammenhängende Folgen. Die Wasserleitung wurde 1956/57 verlegt und zeigt zunehmend Korrosionserscheinungen. Um eine andauernde Versorgungssicherheit zu gewährleisten wird in eine der zwei vorhandenen Rohrleitungen zwischen Schallfeld und Wiebelsberg eine neue eingezogen.
Erstmals wird ein neue Art der grabenlosen Rohrverlegung ausprobiert, die als Berstlining-Verfahren bezeichnet wird. Das System ist umweltschonend, die Rohrleitungen werden grabenlos in gleicher Trasse verlegt und es entsteht nahezu kein Flurschaden. Mit einem Berstkörper wird das Altrohr zerstört und radial in das umgebende Erdreich verdrängt. Gleichzeitig wird das Bohrprofil erweitert, so dass das neue Rohr in gleicher oder in größerer Dimension unmittelbar eingezogen werden kann. Im Abstand von 250 bis 300 Metern werden Schächte erstellt und das neue Duktile-Gußrohr in das vorhandene spröde Gußrohr mit großer Kraft eingezogen.
Die 6 Meter langen Rohrstangen mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern werden vorher auf der Erdboberfläche an den Steckmuffen zusammengefügt.
Nachdem zwischen Schallfeld und Prichsenstadt keine zweite und stillgelegte Rohrleitung vorhanden ist, muss hier nach konventionellen System gearbeitet werden. Die Rohre werden in einem offenen Graben verlegt. Die Trasse läuft soweit möglich parallel zur Bundesstraße 286 bzw. an den Wirtschaftswegen, damit möglichst wenig Schaden auf den Feldern entsteht. Aus Frostschutzgründen werden die Rohrgräben eine Tiefe von mindestens1,80 Metern haben, teilweise wird das Rohr bis zu 3 Metern Tiefe verlegt.
Die ausführende Firma benötigt eine Baufeldbreite von 16 Metern. Nach Aussage der Mitarbeiter der FWF wird die neue Leitung eine Haltbarkeit von mindestens 50 Jahren haben.
Schaumann weist ausdrücklich daraufhin, dass trotz des Berstlining–Verfahrens für jeden Grundstücksbesitzer eine Grunddienstbarkeit eingetragen werden muss.
Baubeginn soll nach der Getreideernte im September 2004 sein. Ziel ist es, die neue Rohrleitung im Mai 2005 in Betrieb zu nehmen.

Foto Nr.: 2953LR, Teilnehmer an der Informationsveranstaltung der Fernwasserversorgung Franken mit Sitz in Uffenheim im Sportheim des SC Brünnau.
Foto: Nr.: 300504FWF Karte: Der Rohrtrassenverlauf der neuen Trinkwasserleitung von Wiebelsberg über Schallfeld, Brünnau, Neuses, Stadelschwarzach und Prichsenstadt, der ab Schallfeld fast parallel zur Bundesstraße 286 verläuft.


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