Schallfeld, Lothar Riedel (LR)

Am Samstag, dem 8. Mai 2004, fand das Siebenertreffen des Bereichs Landkreis Schweinfurt Süd in Schallfeld statt, zu dem die Gemeinde Lülsfeld auch die Grenzhüter der Schallfelder Nachbarorte Bimbach und Brünnau aus dem Landkreis Kitzingen geladen hatte. Der letzte Siebenertag in Schallfeld hatte am 7. Mai 1977 im Gasthaus Melchior stattgefunden.
Auf einem der Fotos ist das Kriegerdenkmal zu sehen, an dem die Gedenkfeier für die verstorbenen Siebener in Schallfeld mit Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine stattfand.
Im vergangenen Jahr starben Josef Deschner Düttingsfeld und Georg Ebert aus Donnersdorf. Nach einer kurzen Ansprache durch Kreisobmann Rudolf Bandorf und dem Choral „Ich hat’ einen Kameraden“ zogen die 228 Personen in einem Festzug durch den Ort zum Sportheim des FC-Schallfeld.

Kreisobmann Rudolf Bandorf aus Sulzheim, begrüßte 30 Ehrengäste, unter denen sich auch Landrat Harald Leitherer als Chef der Siebener sowie 198 Feldgeschworene aus 38 Ortschaften befanden. Bei bedecktem Himmel aber trockenen Fußes marschierten die Siebener, allesamt männlichen Geschlechts traditionell, in einem Festzug zur außen noch eingerüsteten Kirche St. Ägidius in Schallfeld, wo Pfarrer Waldemar Müller einen Gottesdienst zelebrierte.
Am Ende der Messe vereidigte Landrat Harald Leitherer nach althergebrachter Sitte vier neue Feldgeschworene. Andreas Bäuerlein aus Donnersdorf, Arnold Bedenk aus Schallfelder, Rainer Büttner aus Alitzheim und Alfons Vollmuth aus Schallfeld. Als Siebener muss man mindestens 21 Jahre alt sein und seinen ersten Wohnsitz sechs Monate in der Gemeinde haben.
Arnold Bedenk trug - flankiert von sechs jungen Mädchen - die festlich geschmückte Siebener-Krone vom FC Sportheim zur Kirche und nach der Messe durch das Dorf wieder zurück. Begleitet wurden die Festgäste von Fahnenabordnungen aus Lülsfeld und Schallfeld.
Nach dem Gottesdienst beteten die Feldgeschworenen traditionell drei Vaterunser und gedachten ihrer verstorbenen Vorgänger.
Kreisobmann Rudolf Bandorf begrüßte im vollbesetzten Sportheim 228 Gäste und teilte unter anderem mit, dass es die Änderung des Abmarkungsgesetzes ermöglicht, den Gemeinden mehr Sicherheit bei der Kostenerhebung zu geben.
Nachdem Bürgermeister Robert Schemmel die Gemeinde Lülsfeld-Schallfeld vorgestellt hatte erfolgte die Auszeichnung langjähriger Feldgeschworener.
Für 50 Jahre Siebeneramt wurde Josef Rudolph aus Frankenwinheim geehrt, für 40 Jahre Leo Römer aus Handthal sowie Adolf Kundmüller und Alois Voit, beide aus Pusselsheim, für 25 Jahre Johann Bauer aus Breitbach und Josef Fledering aus Herlheim. Kaspar Kraus aus Gerolzhofen war im letzten Jahr verhindert und nahm deshalb seine 25-jährige Ehrung nachträglich entgegen.
Landrat Harald Leitherer forderte die Feldgeschworenen auf, die lange insbesondere in Franken verwurzelte Tradition der Grenzhüter fortzuführen. Trotz gewaltiger Strukturänderungen und Bevölkerungsrückgang müsse der jungen Generation eine Bindung an die Heimat gegeben werden. Durch Schule und Ausbildung hätten viele keinen Bezug mehr zum Heimatort und seinen Vereinen. Der Nachwuchs fehle, um gewachsene Gewohnheiten aufrecht zu erhalten. Noch gäbe es genügend Siebener, die für das Ehrenamt zur Verfügung stünden, sagte Leitherer.
Die Verlesung des Protokolls erfolgte durch Winfried Ernst aus Rügshofen. Vor dem Mittagessen hielten Ehrengäste Ansprachen. Unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ wurde unter anderem der nächste Siebenertag 2005 besprochen der voraussichtlich in Donnersdorf stattfinden wird. Rudolf Bandorf lobte die einwandfreie Organisation und das flink arbeitende Küchenpersonal des FC-Schallfeld.
Die Gemeinschaftsblaskapelle Schallfeld und Lülsfeld spielte unter der Stabführung von Roland Bäuerlein und Richard Bördlein zum Umzug stramme Marschmusik und zur Unterhaltung im Sportheim fröhliche Weisen. Den Gottesdienst gestaltete der Frauenchor Schallfeld unter Leitung von Irene Krätzig, der auch mit Gedichten und Liedeinlagen während der Veranstaltung im Sportheim für Unterhaltung sorgte.


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